Medien – Gesellschaft – Vertrauen: Wie geht das (wieder) zusammen?

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Cliffs_of_moher

Die aktuelle Weltlage ist komplex – und kompliziert. Viele Menschen bezweifeln, dass „die Medien“ vertrauenswürdig sind. Ein Teil der Bevölkerung unterstellt ihnen sogar, die Gesellschaft bewusst zu täuschen. Dieses Misstrauen gipfelt in der Bezeichnung „Lügenpresse“. So einfach ist es auch in diesem Fall nicht. Dieser Beitrag geht der Sache auf den Grund.

Sascha Lobo setzt sich in seiner Kolumne auf Spiegel-Online mit dem Reizthema auseinander. In seinem Beitrag „Woran die Medien wirklich schuld sind“ kommt er zu einem interessanten Ergebnis:

Das Internet und der Zwang zur Transparenz

Vor dem Internet-Zeitalter brauchte es einen triftigen Grund für eine Meldung. Im Printbereich war der Platz begrenzt.

Im Gegensatz dazu fordert die Online-Welt einen triftigen Grund, um eine Information nicht ins Netz zu stellen. Sascha Lobo meint, die etablierten Medien würden der Entwicklung hinterherhinken.

Das klingt einleuchtend.

Darüber hinaus nennt er drei mögliche Ursachen für die aktuell negative Einstellung der Menschen gegenüber den Journalisten:

1. Der Überbringer einer Botschaft wird für den Inhalt verantwortlich gemacht.

Wenn Journalisten etwa über einen Terroranschlag berichten oder neue Klimadaten aufschlüsseln, dann erzeugen ihre Meldungen negative Gefühle. Diese Emotionen brauchen ein Ventil, die Menschen suchen einen Sündenbock – und treffen dabei auch die Falschen, nämlich die Boten der Nachricht.

2. Einfache Erklärungen sind leichter zu verdauen.

Die unterschiedlichen Ursachen und deren Auswirkungen sind schwer nachvollziehbar. Ein Beispiel: die Griechenland-Krise. Wer hat nun recht? Oft klingen zwei gegensätzliche Standpunkte für sich genommen absolut plausibel.

So ging Wolfgang Schäuble davon aus, dass ein Schuldenerlass für Griechenland ein Signal an andere Krisenstaaten wäre, selbst einen Erlass zu fordern. Schäuble fürchtete um die Motivation der Krisenländer, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. Der kurzzeitige Finanzminister der Griechen, Yanis Varufakis, warf der Euro-Gruppe vor, sein Land mit diesem Vorhaben zu zerstören. Der geplante Strukturwandel wäre für das Land nicht zu schaffen.

Was wiegt nun schwerer? Die Argumente Schäubles oder die von Varufakis?

Das Beispiel zeigt: Moderner Journalismus ist für die Medienmacher genauso anspruchsvoll wie für die Konsumenten. Dieser Aspekt stellt eine Herausforderung an jeden Einzelnen dar.

Klar ist: Es kann in den meisten Fällen nur eine Annäherung an die Wahrheit geben. Demokratie heißt auch sich zivilisiert zusammen zu raufen.

Das Leben im Informationszeitalter will gelernt werden. Da sind wir alle auf dem Weg.

 

3. Die Welt gerät aus den Fugen – wer hat die Kontrolle?

Menschen wünschen sich eine überschaubare und beherrschbare Umwelt. Die digitale Informationsflut vermittelt häufig das Gegenteil.

Eine vernünftige Strategie ist, die eigene Neugierde zu zähmen. Niemand muss alles wissen.

Weitere Möglichkeiten:

  • Erden Sie sich und lernen Sie, achtsam im Hier und Jetzt zu sein.
  • Leben Sie mit allen Sinnen (Handwerken, Singen, Naturerlebnisse). Damit sorgen Sie für einen Ausgleich zum digitalen Alltag.
  • Legen Sie tägliche Offline-Zeiten fest, zum Beispiel während des Essens.
  • Spiritualität und Meditation: Erfahren Sie Ihren inneren Raum, zu dem nur Sie Zugang finden.

Viel Erfolg und denken Sie an den Satz von Karl Popper: „Optimismus ist Pflicht!“

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