Fake News? – Nein, danke!

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Richtig oder falsch?

 

Tipps zum Umgang mit Informationen

Tatsachen von falschen Informationen zu unterscheiden war noch nie einfach. Es braucht Zeit und das entsprechende Wissen, um die verlässlichsten Quellen zu recherchieren und den Wahrheitsgehalt der vorliegenden Seite zu prüfen.

Dieser Beitrag vermittelt einen Einblick, wie professionelle Recherche funktioniert. Zudem zeigt er Ihnen, wie Sie selbst falschen Aussagen, also Fake News auf die Spur kommen.

Recherchieren und bewerten: sorgfältige Vorbereitung zeugt von Professionalität

Geschrieben wird viel. Ob die Information verlässlich ist, hängt stark von der Quelle ab.

Angenommen, ein Texter verfasst einen Beitrag über natürliche Behandlungsmethoden für Magen-Darm-Beschwerden beim Hund. Die Suchmaschine füttert er mit den Schlagwörtern „Hund + Magen-Darm-Beschwerden + natürlich behandeln“.
Das Ergebnis kann sich sehen lassen: mehr als dreizehn Millionen Einträge.

An dieser Stelle sind Gespür und Hintergrundwissen gefragt. Diese und weitere Fragen muss der Texter klären:

  • Wer ist der Betreiber der Internetseite, von der eine Information stammt?
  • Kann dem Betreiber ein spezielles Interesse unterstellt werden? Verkauft er Nahrungsergänzungsmittel, pflanzliche Medikamente oder ähnliches?
  • Werden Wirksamkeitsnachweise angeführt?
  • Wer hat die Studie durchgeführt?
  • Gibt es Studien mit alternativen Ergebnissen? Von wem stammen sie und wer hat sie in Auftrag gegeben?

Wenn es um Fachartikel und gesundheitliche Themen geht, ist dieses Vorgehen besonders wichtig. Die Leser müssen sich auf den Inhalt verlassen können.

Um keiner „Informationsblase“ auf den Leim zu gehen, müssen die Ergebnisse von verschiedenen Suchmaschinen ausgewertet werden. Eine wissenschaftliche Ausbildung ist grundsätzlich von Vorteil. Statistiken zu interpretieren und Informationen zu filtern, lernen fast alle Studierenden im Laufe ihrer universitären Ausbildung.

Fehler passieren – seriöse Quellen stehen dazu

Auch die seriöseste Quelle kann sich irren. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal liegt in der Vertrauenswürdigkeit. Seriöse Quellen berichtigen ihre Falschmeldungen und stehen dazu.

Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Fake News in die Welt kommen: Entweder unterliegt  der Verbreiter selbst einem Irrtum und erkennt diesen nicht; oder diese Person verfolgt bewusst ein Ziel.

Fakten-Check im Alltag

“Erlaube Dir, Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen.“ Das Motto der Aufklärung ist heute aktueller denn je.

Für Sie bedeutet das konkret: Wenn Sie über eine Information stolpern, die Ihnen seltsam erscheint, haken Sie nach. Suchen Sie – wie oben beschrieben – andere Quellen und prüfen Sie den Wahrheitsgehalt. Folgende Stichpunkte können Ihnen dabei helfen:

 

→ Die Nachricht verweist auf eine Quelle, zum Beispiel auf die Süddeutsche Zeitung; dort taucht das Thema nicht auf.

→ Kein anderes Nachrichtenportal berichtet über das Thema.

→ Der Titel ist extrem reißerisch formuliert.

→ Es ist kein Datum angegeben oder das Datum liegt weit in der Vergangenheit.

→ Fragen Sie sich selbst, ob diese Nachricht wirklich der Realität entsprechen kann.

→ Dazu ist es wichtig, emotional Abstand zu gewinnen. Das ist im Übrigen eine bewährte Manipulationstaktik: Emotionen statt Inhalte.

→ Fragen Sie – wenn möglich – eine Person aus Ihrem Umfeld, die über Expertenwissen auf dem Themengebiet verfügt.

Tipps für besonders am Thema interessierte Leser

Auf der Digital- und Internetmesse Re:publica 2017 in Berlin diskutierten namhafte Journalisten mit den Teilnehmern über den Umgang mit Fake News. Hier das Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=WRL2zMZ2G8E

Der Bayerische Rundfunk beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Themenbereich. Wer auf www.br.de den Begriff „Fake News“ in die Suchzeile eingibt, erhält zahlreiche interessante Informationen.

Noch ein Hinweis: Klatsch und Tratsch gab es schon immer. Einige Forscher vertreten sogar die Ansicht, dass dieses Verhalten grundlegend zum Menschsein gehört. (Quelle: Wissenschaft.de). Gezielte Rufschädigung oder Manipulation fallen in eine andere Kategorie. Diese beiden voneinander zu unterscheiden ist wichtig – auf dem Dorfplatz und im Word Wide Web.

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